Kl. Schwestern Jesu : Einen Monat in Irland

 

 


Einen Monat in Irland, Hanny Paula

Welch ein Geschenk: Einen Monat in Irland! Dabei kann ich ein wenig mit den drei Kleinen Schwestern in diesem Land leben, aber auch eine Zeit der Stille und Einsamkeit einräumen. Ein guter „break“ mit den reichgefüllten Tagen in der Fraternität von Aubonne.

Am 31. Mai, Flug mit der Air Lingus… Das Kleeblatt auf dem Flügel erinnert mich daran, dass ich unterwegs bin in das Land des Heiligen Patrick, erster Missionar Irlands. Das Kleeblatt war für ihn ein Symbol um mit den ersten Christen über den dreifaltigen Gott zu sprechen.

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Ort, an welchem vermutlich der Hlg. Patrick in Irland ankam

Die drei Kleinen Schwestern wohnen in der Nähe von Downpatrick: Emiko, aus Japan, Asia, aus Polen und Hélène Renée aus Frankreich.

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In Gemeinschaft zu leben aus drei so verschiedenen Kulturen ist eine grosse Herausforderung. Jede mit ihren Begabungen nimmt am Leben der „Cross-Communitys“ teil. Das Ziel dieser Gruppen ist es die Annäherung der verschiedenen Kulturen und Konfessionen zu fördern. Jede Kleine Schwester hat ihr eigenes „engagement“.

Vor dem Mobil-Home

 
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Die Fraternität befindet sich neben einem ehemaligen Flugplatz der „ Royal Air Force“. Als das Militär vor dreissig Jahren wegzog, wurden die Häuser billig verkauft: Aneinandergebaute Reihenhäuser, welche einen öden Eindruck hinterlassen. Zu jener Zeit verliessen viele Familien Belfast, wegen der unsicheren Situation. Die meisten sind katholisch.

Ich fühle mich von den Freunden der Kl. Schwestern herzlich aufgenommen. Es sind „tapfere Menschen, mit Frohmut und einem etwas nüchternen Humor…“, trotz einem schwierigen Alltag.


Ich konnte den Vormittag in einem Mobil-Home neben der Fraternität in der Stille verbringen. Ich hatte zur Meditation das Johannes-Evangelium gewählt.

Auch eine Woche Exerzitien in einem Benediktinerkloster in den Mourne Mountains war ein tiefes Erlebnis. Dieses Kloster wurde vor ca. zehn Jahren von den Mönchen aus der Normandie (Bec-Hellouin) gebaut. Sie widmen ihr Leben dem Lob Gottes und dem Gebet für die Einheit. Am Eingang: Eine mehrere Meter hohe Ikone der Auferstehung Christi. Im Innern, viele andere Ikonen und eine grosse Stille laden zur Meditation ein.

Ich lerne auch das Leben der Kleinen Schwestern und ihrer Freunde kennen. Asia arbeitet in einer irischen Pub. Dort verbringen wir zusammen einen Abend mit Musik und Liedern. Emiko macht Unterhaltsarbeiten im „Glebehouse“, ein Haus das seit 1975 für Gruppen offen steht. Es wird von der Europäischen Union gefördert, um an einer Gesellschaft des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit mitzuarbeiten. Eine Gesellschaft in der jeder Mensch respektiert wird.

Auch dort kann ich einen Festsonntag, sowie den längsten Tag des Jahres, mit Tanz und Musik, welche hier sehr gepflegt werden, miterleben.

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Die Pub

Die Musiker...

 

Hélène Renée widmet sich vor allem den Menschen, welche sich im „Mustard Seed“ (das Senfkorn, von dem das Markusevangelium (4.26-34) spricht. Der Name symbolisiert das Wachsen des gegenseitigen Vertrauens, ausgehend von unseren Verschiedenheiten, um ein neues Leben anzustreben). Es ist ein Ort in dem Mahlzeiten und verschiedene Aktivitäten angeboten werden. Einige Mitglieder finden sich auch zum gemeinsamen Gebet. Es sind oft Menschen, markiert von den Folgen einer schweren Vergangenheit.

So vieles gibt es zu entdecken in einem Monat! Zuerst spüre ich, dass die Menschen das Leben gemütlicher nehmen als in der Schweiz… Die Gegend ist sehr schwach bewohnt, mit grünen Schafweiden, die alle mit Hecken umgeben sind, die Nähe des Meeres mit einer kleinen Insel wo die Schafe friedlich weiden, geben mir einen Eindruck vom Tag der Schöpfung… „Gott sah, dass es gut war“ (Gen. 1.31)

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Das Land ist sehr grün und oft unberührt von Menschenhand: keine breiten Strassen, keine Hochspannungsmasten… Aber verstreut kleine hübsche Cottages, mit schönen gepflegten Gärten und sogar Palmen, welche in Eintracht mit den Nadelbäumen gedeihen.

Ich habe die Gelegenheit Belfast zu besuchen mit der Mauer, welche die Gemeinschaften immer noch voneinander trennt. Ich denke dabei an Barak Obama, welcher einige Tage zuvor den jungen Menschen dieses Landes zurief „die Zukunft ist in euren Händen“. Was kann man der neuen Generation besseres wünschen, als dass sie ihr Land in Frieden und sozialer Gerechtigkeit aufbauen kann.

Links :
Nordirland
Heiliger Patrick
Benediktinerkloster (englisch)

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