Flüchtlinge - Kl. Schwestern Jesu

 

 

Der Flüchtlingsstrom ist eine Herausforderung, ihre Not auch. Ein Echo unserer Gründerin, Kl. Sr. Magdeleine. Aus ihrem Tagebuch:

„Es ist so hart „fremd“ zu sein, in einem Land das uns nicht kennt und uns nicht gern hat“!

Die Emigranten- und Flüchtlingsfamilien überqueren die Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien am 7. September 2015/Robert Atanasovski/AFP

Sie schrieb diesen Text während des 2. Weltkrieges. Im Jahre 1939 gründete sie die erste Fraternität in Algerien, inmitten einer armen Bevölkerung von Nomaden. Sie zeigte in Frankreich einen kleinen Film vom Leben ihrer Freunde in der Wüste. Damit wollte sie ihnen helfen ihre Armut zu lindern.

Vor ihrem Vortrag wendet sie sich an Flüchtlinge:


„Bevor ich wieder in die entfernte Sahara zurückkehre, möchte ich mit euch über die geschwisterliche Liebe sprechen. Es sind Worte einer Kleinen Schwester, die auch viel gelitten hat… die euch sehr gut versteht, liebe Freunde, Flüchtlinge… nachdem im Krieg von 1914-1918 meine arme alte Grossmutter grausam getötet wurde, meine zwei Brüder im Krieg umkamen, mein geliebtes Zuhause verbrannt und zerstört wurde…

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Madeleine (links) mit ihrer Grossmutter und den 2 Brüdern

Man muss all dies erlebt haben, um zu wissen, was dieses Leiden bedeutet und besonders zu spüren, wie gross der Schmerz ohne Liebe wäre!


Der Krieg und der Hass sind so furchtbar. Es ist schrecklich zu denken, dass sich Menschen in den Dienst des Hasses stellen, denn es sind zwei Tausend Jahre, dass Jesus am Kreuze starb, um den Menschen zu zeigen, was es heisst, sich gegenseitig zu lieben…


Ihr wenigstens, liebt einander. Der Krieg hat euch aus allen Gebieten zusammengebracht …
Lasst eure Unterschiede von Temperament und Herkunft fallen. Es ist so hart sich „als Fremder“ zu fühlen, in einer Bevölkerung die uns nicht kennt und nicht liebt… besonders wenn man seine Heimat hinter sich gelassen hat, mit der Gewissheit sie nie mehr wieder zu sehen – seine Heimat, sein geliebtes Haus, seine alten Möbel, das Grab der Eltern, die ganze Seele der Vergangenheit!



Wenn ich nicht die Gewissheit hätte dem Ruf Gottes in der Wüste zu folgen, würde ich inmitten der Menschen leben, die keine Heimat, kein Dach haben, um ihnen zu sagen:


„Liebet einander“, das ist das grösste Gebot Jesu, Es ist ein Gebot, das man so oft vergisst!...

Mai 2016

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