Kl. Schwestern Jesu - Finnland, Schweden, Niederlanden, Belgien, Schweiz

 

 

Ein Echo unserer neuen Region

Aus Finnland, Tampere, Leila und Margareta:

Als wir aus Schweden zurückkamen, war gleichzeitig Schulanfang: Unser Hof wird von den Kleinsten animiert. Je nach Tageszeit sind ganz verschiedene Gruppen draussen: Es sind Leute aus Afghanistan, vom Kosovo oft am Abend spät; am Nachmittag nach Schulschluss, ein buntes Gemisch von Kindern, ohne die Erwachsenen. Vor zwei Wochen wurden neue Schaukeln installiert; die Kinder sind vor allem angezogen von der Schaukel für mehrere zusammen. Wir freuen uns sie vom Küchenfenster aus zu beobachten.

Am 12. August waren wir am Tag der  Diözese. Wir feierten die Messe in einer sehr schönen mittelalterlichen Kirche, dann erwartete uns eine Festmahlzeit. Wir hatten die Aufgabe das Essen zu servieren. Dies war eine gute Gelegenheit viele Leute zu begrüssen.

Aber welche Umstellung in unserer Diözese: Menschen aus vielen Ländern und verschiedenen Kontinenten. Oft frage ich mich: Ist dies die neue Erde, von welcher der Prophet Jesaja  (65.17) und die Apokalypse (21.1) sprechen.

Aus Schweden, Tensta (Stockholm)  mit Mireille Chantal:

In einer festlichen Stimmung des Zusammenseins nahmen wir am Tensta marknad (Markt) teil. Unser kleiner Stand des Roten Kreuzes brachte ein gutes Ergebnis. Es war schön zu sehen, wie Elisabeth, welche in einem andern Viertel wohnt, von diesem Strom von Menschen aus der ganzen Welt fasziniert war.

Unter den Besuchern: Marie-Julienne und Lieve! Ich zeige ihnen die mittelalterliche Kirche und das „Zentrum“, aber sie sehen vor allem die vielen Menschen und entdecken wovon sie  nie geträumt hatten! Ja, man muss es gesehen haben, um zu glauben… „Schlechte Integration“, sagt ein Minister in Norwegen, aber Tensta marknad gibt ein anderes Bild!

Aus den Niederlanden, Amsterdam, mit Mauricia

Diesen Sommer nahmen wir Abschied von Tonny. Andrée Julienne begegnete ihm vor etwa zwei Jahren in der Niklausen-Kirche. Sie lud ihn zu uns ein und er fühlte sich sofort zu Hause. Er sprach von seiner Krankheit und erzählte uns mit viel Vertrauen sein ganzes Leben, auch mit den tragischen Seiten. Eine schöne Freundschaft ist dabei gewachsen. Trotz der Behandlungen nahm die Krebskrankheit langsam Überhand. Er konnte nicht mehr aufstehen und wir besuchten ihn regelmässig.

Eines Tages sprach ich mit ihm über die Krankensalbung. Ich wusste, wie offen Tonny für Zeichen der Anwesenheit Gottes in seinem Leben war. Die Begegnung mit einem Priester gab ihm viel Trost und Frieden.  Wir wurden von einem seiner Söhne informiert, als sich sein Zustand verschlimmerte.  Am selben Abend waren wir alle mit ihm und er empfing die Krankensalbung. Zeit, in der der Bund zwischen Himmel und Erde spürbar wird. Die folgende Nacht durfte Tonny im Frieden sterben…

Aus Belgien, Brüssel (Evere) mit Marie Elvire:

Das Echo von uns in Evere lässt auf sich warten, es tut mir leid…. Seit drei Jahren sind wir drei Kleine Schwestern. Seit einigen Tagen ist Monique Yvette mit uns für eine „Auszeit“ bis Januar 2018. Es ist für uns alle eine grosse Freude.

Wir drei sind über 80 und brauchen Hilfe von aussen für den Unterhalt und manchmal auch zum Einkaufen. Dabei ist eine schöne Freundschaft entstanden mit: Alexandra (Belgierin) Anne (gebürtige Griechin, mit belgischer Nationalität), Ana Maria (aus Brasilien), Christiane (aus Ruanda) und Albertine (Kongo)…

Jedes Wochenende schätzen wir unsere lebendige Pfarrei. Am Mittwochmorgen, wollte unsere Pastoralequippe  die Eucharistiefeier beibehalten, denn der Markt befindet sich vor der Kirche. Oft erwarten wir dann den Priester, der nicht kommt. Eine kleine Gruppe von Laien übernimmt dann einen angepassten, oft sehr innigen Wortgottesdienst.

Monique-Yvette

Mit viel Freude komme ich nach Brüssel. Die Kleinen Schwestern kenne ich seit vielen Jahren.
Ich verbrachte zwei Wochen mit Monique Colette in Calais, im Rahmen des „Secours catholique“. Dieser Aufenthalt war sehr beeindruckend: Äusserst schwierige Verhältnisse der so jungen Flüchtlinge, Gewalt der Ordnungskräfte, aber auch viel Engagement der Hilfsorganisationen und der Freiwilligen.

Nun beginne ich bald mit einem Kurs IET

Aus der Schweiz, Genf, mit Jacqueline:

Langsam versuche ich in der Wirklichkeit dieser Stadt anzukommen. Seit einem halben Jahrhundert hat sich hier so viel verändert… fast so viel wie in mir selbst nach vielen Jahren in Mexiko.

Zum Beispiel halfen mir Maria Carmen und Françoise die Schönheit der umliegenden Parkanlagen zu entdecken. Ich kann mich von so viel Grün gar nicht satt sehen… Die Bäume faszinieren mich mit ihrer Kraft und Grösse. Es ist wirklich ein Glück sich in diesen nahe gelegenen Anlagen erholen zu können, denn das Quartier ist stark bewohnt und lärmig.

Und einen andern Wald, den ich noch nicht durchquert habe: Menschen aus allen Nationen begegnen wir hier, die Beziehungen im Wohnviertel, in der Pfarrei und die Freunde der Fraternität. Dabei bin ich mit mir selbst ungeduldig, denn ich kann ihre Namen, ihr Gesicht, ihre Geschichte nicht behalten… Zum Glück gibt es Gelegenheiten die mir helfen einige kennen zu lernen.

Kürzlich habe ich auch ein kleines Engagement in einer Vereinigung der Flüchtlingshilfe übernommen. Dort konnte ich mit einer türkischen Frau Kontakt aufnehmen, welche ihr französisch verbessern möchte. Bis jetzt trafen wir uns zweimal pro Woche, eineinhalb Stunden in einer Cafeteria. Wir unterhalten uns viel miteinander und ich spüre, dass zwischen uns stärkere Bande als nur grammatikalische entstehen…