Kleine Schwestern Jesu - Nazareth - travail

 

 

„Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ (Johannes 1.46)

„Wie Bruder Karl vom Geheimnis Jesu von Nazareth ergriffen war, sind auch die Kleinen Schwestern berufen, zu einem Leben des Gebetes mitten in der Welt. Ihr Leben wird zum Sauerteig des Gottesreiches…“ (Kl. Sr. Magdeleine, Konstitutionen der Kleinen Schwestern)

Kl. Sr. Lina ist Kassierin in einem Supermarkt. Sie teilt mit uns, wie das Geheimnis von Nazareth ihr Leben prägt:

„… wie Bruder Karl war ich und bin es immer noch, fasziniert von diesem Leben Jesu in Nazareth.“

„Nazareth: Ort der Arbeit, des Gebetes, der Kontakte…
Ort in dem Gott Mensch wird. Dort ruft Er mich Ihm nachzufolgen, Ihn zu sehen, zu kennen, auf ihn zu hören: Ort der ständigen Umkehr.“

„Seit 18 Jahren arbeite ich an der Kasse eines Supermarkts und gehöre seither einer Gewerkschaft an.

Die Versammlungen der Gewerkschaft sind offen für Diskussionen, Austausch, für den Versuch die Arbeitsbedingungen menschlicher zu gestalten.

Auch wenn wir Verbesserungen erreicht haben, wird der Arbeits-Rhythmus jedes Jahr hektischer: Um den geforderten Umsatz zu erreichen, wird an den Arbeitsstunden des Personals gespart. So wird jeder Tag zu einem Stress mit der Zeit…

...Unter diesen Bedingungen, die innere Freiheit und die Aufmerksamkeit für jede Person vor mir an der Kasse, sowie auch für die Arbeits-Kollegen behalten zu können, ist jeden Tag eine neue Herausforderung.

Und doch… ich versuche diese Haltung mit Ausdauer zu bewahren, auch mit der Müdigkeit, mit meinen Grenzen, mit meinen Schwierigkeiten…

Was mir unter diesen Bedingungen hilft, das Bewusstsein: Gott hat diese Berufung in mich gelegt, die Verbindung mit ihm, mit meinen Brüdern und Schwestern, die Solidarität: dies alles ist die Nahrung, die in mir die Menschlichkeit und meinen Glauben wachsen lässt.

Natürlich die Müdigkeit trocknet aus und der Kopf ist leer…


Mit Jesus halte ich diese Trockenheit aus. Mit ihm werden Stille und Gebet zur Fürbitte. Er ist in der Trockenheit und Einsamkeit mit seinem Licht anwesend.

Im Laufe der Jahre sah ich viele Kinder aufwachsen: Junge Leute älter werden, viele starben durch die Drogen, mit Alkohol. In dem Quartier meines Arbeitsplatzes befindet sich ein Zentrum, in welchem unter medizinischer Kontrolle Methadon und Heroin abgegeben werden.

An meinem Wohnort begegne ich auch Menschen, welche nach dem 2. Weltkrieg aus Italien immigrierten: Mir ist das Teilen ihres Lebens eine kostbare Gabe. Trotz ihrer schwierigen Geschichte, gehen sie voller Mut weiter, um den Kindern eine Zukunft zu bereiten.“

 

„Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen“? (Johannes 1.46)

Ja! Ich bin Zeuge: Das Teilen des Alltagslebens und die Solidarität mit den Menschen um uns, bringen Frucht. Ich danke Gott, der den Weg von Nazareth gewählt hat, um uns zu zeigen, dass er jeden Tag mit uns ist.  

 

April 2017

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