Kleine Schwestern Jesu - Nachrichten

 

 

Einige Nachrichten von hier und woanders

Von Lina, Bern:

Ich bin vom Taizé-Treffen in Basel sehr beeindruckt heimgekommen: Strassen mit einer Menge von jungen Leuten in einer friedlichen, freudigen Stimmung.

Um 13 Uhr vereinte das Gebet die Menschenmenge in den verschiedenen Kirchen der Stadt.

Ich war in der Kathedrale, überfüllt… alle sassen am Boden, im Mittelpunkt Kerzen, Ikonen: „das Kreuz“ und „Jesus mit Menas“, (Symbol der Freundschaft des Jüngers mit Jesus). Ein Ausdruck des Glaubens, in seiner ganzen Einfachheit und Tiefe. 

Viele Jugendliche und Familien mit Kleinkindern, betend und singend, beeindruckten mich sehr. Die Meditation basierte auf dem Text des Philipperbriefes (4.4-7): „Freuet Euch im Herrn, allezeit, ja ich sage: freuet Euch“.

Der Text von Paulus an die Philipper diente auch am Nachmittag den verschiedenen  Arbeitsgruppen:

  • „Wo findet Paulus die Wurzeln seiner Freude?“
  • „Welches ist der Unterschied mit dem was wir gewohnter Weise Freude nennen?“
  • „Habe ich in schwierigen Zeiten auch schon Erfahrungen der Freude gemacht?“

Ich konnte mit einer Gruppe junger Leute aus Barcelona austauschen und kehrte sehr bereichert nach Hause zurück.

Welche Hoffnung für die Kirche von morgen!

29. Dezember 2017

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Von Marie Salomé, aus Øm, Dänemark

Schon fast ein Jahr seit ich in Dänemark bin, ein Jahr das schnell vorbeigeht. Ein erfülltes Jahr, voller Überraschungen…, indem ich geniesse was das Leben mit sich bringt… Es ist ein Näherkommen, eine Zeit der Vorbereitung, in welcher ich mich durch die Schönheit der rauen und zugleich „besänftigten“ Natur formen lasse. Auch das Lernen der Sprache und das Gemeinschaftsleben sind ein grosses Stück Neuland.

Wie ein umhüllender Mantel ist die Schönheit der Natur. Sie richtet den Blick auf  eine diskrete Präsenz, das Unsichtbare ruft mich langsam zu einer Erneuerung des Herzens und des Handelns. Lädt die Schönheit zu mehr Güte ein?

Zu dieser Schönheit gehört das Licht. Im Winter ist es „düster“. Innerhalb und ausserhalb der Häuser brennen die Lampen. Elektrisches Licht, aber auch Kerzen auf den  Tischen und dem Fenstersims. Lichter, welche in den Wäldern oder entlang der Strassen alle bewohnten Orte aufleuchten lassen. Ich höre die Brüder von Taizé singen: „Die Finsternis ist nicht finster für Dich. Die Nacht ist Licht wie der Tag“.

Dänisch ist für mich eine erstaunliche Sprache: Der Ton, der Rhythmus, die spezielle Musik, lassen sich von den meisten, die sich daran machen, nicht in kurzer Zeit beherrschen. Ich fühle mich wie eine Schnecke, die nicht vorwärts kommt, sich in ihre Schale zurückzieht, wenn sie so wenig versteht und freudig vorwärts geht, wenn es klappt… Es braucht Wachsamkeit, denn die Versuchung aufzugeben ist bei jeder  Gelegenheit da. Wie Abraham, wie Maria, brauche ich die Überzeugung, dass „Gott vollenden wird, was er versprochen hat“.
Von Schwestern umgeben zu sein, welche seit langem zusammen leben, weckt in mir das Verlangen, dass Gott in meinem Herzen einen Platz für jede Einzelne gräbt. Einen Platz „nach Mass“. Das macht mir Freude.

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Von Claire-Paule in Casablanca, Marokko

Seit mehr als einem Jahr treffen sich Studenten und junge Berufsleute aus der Subsahara jede Woche in unserem Haus zum Beten. Einer aus diesen Gruppen, der uns nahe steht, wählte Charles de Foucauld als Patron.

Nach der Jahrhundertfeier konnten wir hin und wieder an ihrem Gebet teilnehmen. Kl. Sr. Béa mit Grace aus Rwanda und Graciana aus Tansanien, die einige Zeit mit uns verbrachten,  folgten ihrer Einladung.  

Dieses Jahr zum Fest von Bruder Karl wollten sie mit uns Vigil feiern. Sie freuten sich  „Charles“ besser kennen zu lernen. Auch wir hatten viel Freude mit ihnen diese Botschaft zu teilen. Sie waren glücklich und fühlten sich wohl bei uns. Wir konnten mit ihnen eine feine Mahlzeit teilen; vorbereitet von einer befreundeten Mutter aus dem Kongo.

Am Freitagabend, den 1. Dezember verbrachten zwei von uns mit den jungen und weniger jungen Leuten einen Teil der Nacht im Gebet in der Kirche. Sie sangen, tanzten, voll Begeisterung und Dynamik; gleichzeitig waren sie fähig in Stille ihre Freude Gott zu gehören auszudrücken.

In den Strassen von Casa sehen wir immer mehr Migranten aus der Subsahara. Sie sind oft sehr jung und wurden verhindert im Norden die Grenze zu überschreiten. Die meisten schlafen neben dem Busbahnhof  und betteln in den Strassen. Sie sind so zahlreich und die Not ist so gross, dass wir uns überfordert fühlen und dies macht Angst. Caritas Marokko hat eine Struktur der Hilfe und Unterstützung aufgebaut: Junge Marokkaner und Afrikaner versuchen sie an ihrem Aufenthaltsort zu begegnen…

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Von Maria Verena aus Abu Dis (Emmaüs), Palästina

Im Altersheim, in welchem ich arbeite sind mehrere Bewohner gestorben und Neue sind gekommen… Eine der Angestellten, Mouna, hat uns zur Hochzeit ihres ältesten Sohnes in Bethanien, eingeladen. Das Fest war sehr schön und ihr herzlicher Empfang und all die Zeichen der Freundschaft berührten uns sehr. Es war auch eine Gelegenheit nach vielen Jahren Bethanien wieder zu sehen. Wir waren sehr überrascht von dieser Stadt mit Hochhäusern, viele Warenhäuser, Banken usw.… Bethanien gleicht kaum mehr dem kleinen Dorf das wir kannten. Mit der grossen Trennmauer sind wir jetzt total abgeschnitten. Der Hochzeitssaal befindet sich 10 Min. zu Fuss vom Hause. Nun muss man aber um dahin zu gelangen einen grossen Umweg machen, zwei Busse nehmen und einen Kontroll-Posten des Militärs passieren. Mehrere Angestellte des Betagten Heimes, welche in diesem Dorf leben, müssen dies jeden Tag  tun!

Ja, die Situation im Land verschlechtert sich… Aus ganz unerwarteten Gründen, welche in letzter Zeit Schlagzeilen machen, sind erneut schwere Unruhen entflammt, in den Territorien der Palästinenser und weitherum, Ausdruck der Wut und der Frustration dieses Volkes.  Es  kann nicht mehr länger die ständigen Demütigungen und die Unterdrückung ertragen. Sie sehen die elementarsten Rechte mit Füssen getreten. Die arbiträren Entscheidungen werden weit weg von hier, von hoher Warte aus, getroffen!

Wir wissen nicht, was uns die Zukunft bringen wird. Bereits hat die Konfrontation Opfer gefordert. Wir denken an alle Eltern, welche um ihre Jungen bangen. Sie riskieren ihr Leben wegen ganz ungerechten Entscheidungen, welche auch den UNO Resolutionen widersprechen…! Das palästinensische Volk manifestiert auch ohne Gewalt. Wir hoffen trotzdem, dass die Kraft und der Mut endlich die langersehnten Früchte bringen und ihnen die Würde, die Gerechtigkeit und Freiheit gewähren.  

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