Kleine Schwestern Jesu - Biel - Genf -- Brüssel - Kopenhagen

 

 

Ein Echo aus unserer Region

Aus Biel

Jede Woche gehen Mariam und ich einen Nachmittag zu einem „Zvieri“ bei dem sich die Menschen, „sans-papier“ zusammenfinden: Personen seit Jahren in der Schweiz oder kürzlich angekommen.


Ihre prekäre Situation drückt sich auf ganz verschiedene Weise aus. Die Solidarität ihrer Landsleute hilft ihnen manchmal eine Gelegenheitsarbeit oder irgendeinen Verdienst zu finden. Es kommen auch vereinzelt Familien mit Kindern. Sie basteln, zeichnen oder laufen umher. Freiwillige Helfer bereiten für alle Pizza vor. Für gewisse Leute ohne Papiere, welche in Durchgangszentren wohnen, wird die Reise vergütet. Sie bekommen einen juristischen Rat, oder Lebensmittel, welche sie selbst kochen können. Im Allgemeinen sind es 15 bis 30 Personen und zeitweise fast ein Dutzend Kinder. Wir helfen da und dort je nach Bedarf, aber wir hören vor allem aufmerksam zu und versuchen Papiere von der Krankenkasse oder anderen Büros ihnen verständlich zu machen..

Die Aufmerksamkeit gilt vor allem auch der Person, welche zum ersten Mal dabei ist. Wir empfangen sehr viel von diesen Menschen, durch ihren Mut, ihre Ausdauer, ihr Vertrauen in eine bessere Zukunft. Maria Ursula.

Aus Genf


Da es Francoise ein wenig besser ging, konnten wir zu dritt an dem „Fest der Tomaten“ teilnehmen. Viele Menschen waren dabei. Wir bewunderten das grosse, schöne Mosaik des Gemeindewappens, realisiert mit verschiedenem Gemüse aus der Region, aber vor allem mit verschieden farbigen Tomaten. In Genf hat es nicht nur Banken! In den Gemeinden ringsum leben Bauern; wir profitieren von den lokalen Produkten. Dazu gehörten verschiedene Animationen. Ich konnte bei dieser Gelegenheit die anwesenden Schausteller begrüssen. Maria-Carmen

Bei der letzten Begegnung mit den Freiwilligen von AGORA (aumônerie genevoise oecuménique für die Asylanten), begegnete ich Joseph. Er beendet ein Jahr Sozialarbeit mit den Flüchtlingen. Seine Gefährtin ist Mexikanerin. Sie studiert an der „Haute Ecole de Musique“ in Genf und spielt Fagott. Sie sagte mir, dass sie in den Ferien ihre Eltern in Oaxaca besuchen wird. Ich erzähle ihr von der Musikgruppe unseres ehemaligen Quartiers und sie hört mit Begeisterung zu. .
Sofort nahm Citali Kontakt auf. Sie wird mit Freude erwartet, um den jungen Musikern einige Musiklektionen mit dem Fagott zu geben. Jacqueline

Aus Brüssel, Cureghem

Unser Quartier hat sich verschönert, kommt und seht…


Mit Hilde und einer kleinen Gruppe begannen wir den Kompost und machten Propaganda für ein „sauberes Cureghem“ und kürzlich auch für ein verschönertes Quartier. Hunderte von Blumentöpfen, Blumenkisten und Blumenerde wurden an die Kinder der zwei Quartierschulen verteilt. Die grösseren Kinder erhielten alles um die Blumen zu pflanzen und die Kleineren trugen alle im Gänsemarsch eine Blume in den Händen. Es war zum anbeissen! Dann kamen die Leute aus dem Quartier um ihre Fenster zu schmücken.

Eines Abends sind wir von unseren türkischen Freunden für das Ende des Ramadan in die Moschee eingeladen. Einige Personen sind eingeladen, darunter die türkische Botschafterin in Belgien, mit welcher wir Bekanntschaft schliessen.

Aus Kopenhagen

Manchmal gibt es überraschende Geschenke…

Vor etwa 6 Monaten hielt mich ein Arbeitskollege auf der Strasse an und fragte mich, ob ich am „café Pant“, als Podologe, für all jene die Flaschen auflesen, um sie am Musikfestival in Roskilde weiter zu verkaufen, teilnehmen wolle. Das Festival dauert eine Woche und dieses Jahr zählte man 130‘000 Teilnehmer und 30‘000 Freiwillige. Ich war eine von ihnen. Natürlich ist die Musik im Mittelpunkt, mit 145 Künstlern aus der ganzen Welt.

An diesem Festival nehmen auch politische Aktivisten, sowie ausgezeichnete Graffitis- Maler teil. Auch laden Gruppierungen ein, über die Themen: Kapitalismus, Funktionieren der Banken, Korruption, Immigration usw. nachzudenken.

Das Thema, „volkswirtschaftlicher Ausgleich“ erlaubte besondere Aufmerksamkeit für die Obdachlosen und die Einwanderer auf Arbeitssuche. Der Überschuss der Einnahmen wird an wohltätige Hilfsorganisationen verteilt. Auch Caritas konnte einmal profitieren.

„Café Pant“ begann vor fünf Jahren. Die Idee war, unverkaufte Nahrungsmittel an die „Héros du recyclage“, d.h. an die Rroma, die Nigerianer, Menschen aus Gambia, aus Litauen und einigen asiatischen Ländern, abzugeben. Sie alle waren da, um die Flaschen einzusammeln. Unser Umfeld war ihnen reserviert. Dort konnten sie von morgens 10.00 Uhr bis 21.00 Uhr bleiben. Sie konnten duschen, essen, sich ausruhen, ihr Telefon aufladen und sich behandeln lassen. Fast jeden Tag waren eine Krankenschwester und/oder ein Jurist da. Ich war wirklich sehr beschäftigt! Wie viele Blasen an den Füssen, wie viele Wunden… usw. und wie viele frohe Gesichter nach einer guten Massage. Wir versuchten andere Podologen zu finden, aber ohne Erfolg. Um den Bedürfnissen Rechnung zu tragen holten wir Kleider, Schuhe, Socken in den Zweithand-Läden. Das Wetter war sehr schön, schön und trocken und deshalb viel Staub…

Dieser Festival war für mich eine einmalige Gelegenheit ganz diskret dabei zu sein, inmitten von
 vielen jungen Leuten und Menschen jeden Alters. Viele Menschen welche sicher nicht viel Kontakt mit der Kirche haben… Viel Freude brachten mir die guten Gespräche. Ich habe noch nie so viele „Segenswünsche“ von allen erhalten, besonders von jenen die ich pflegte. Sie konnten  nicht erahnen woher und an wen die Segenswünsche gingen… Johanne-Marie