Kleine Schwestern Jesu - Ruski Krstur, Serbie

 



In Serbien entdecken wir eine Fraternität mit Christina.

Christina ist gebürtig vom Wallis und hat seit langem in Ruski Krstur Wurzeln geschlagen. Ruski Krstur: ein ruthenisches Dorf im Norden Serbiens, in Woiwodine. Die Ruthenen feiern Gottesdienst im orientalischen Ritus in slawischer Sprache. Die Fraternität existiert seit 1969. Drei Kleine Schwestern leben dort. Sie gehören zur griechisch-katholischen Pfarrgemeinde.

Nach 260 Jahren Anwesenheit in dieser Region feierte das ruthenische Volk zum ersten Mal seinen Nationalfeiertag. Aber die wirtschaftliche Situation verschlechtert sich und weiterhin wandern viele Familien nach Kanada aus.

Zwei Kleine Schwestern empfangen Besuche in der Fraternität, kümmern sich um Haus und Garten, während Martina in einem regionalen Altersheim arbeitet.
 

Mit Freunden rund um den Tisch

Trotz ihres Alters pflegt Christina die Kontakte mit den Freunden ringsum.

Sie erzählt: „Ich habe unserer Nachbarin Angela, drei Häuser weiter, einen Besuch gemacht. Sie wohnt mit ihrer Tochter Veronika. Ich verbringe jeden Tag eine Weile mit ihr. Mit Vorliebe gehe ich am Morgen zu ihr, wenn sie sich in der „Sommerküche“ am Herdfeuer betätigt. Ich probiere was sie gerade kocht, ein Gericht das zugleich Frühstück und Mittagessen ist. Ich mag ihre Menus „von früher“. Die Katze bekommt ihren Anteil und manchmal auch ein Huhn, welches wegen meinem verlangsamten Gang hineingeschlüpft ist.

 

Christine während eines Aufenthaltes in Aubonne

Früher war dies ein richtiger Bauernhof und Angela teilte mit uns ihre Milch und feine Gerichte, wie dies unter Nachbarn Brauch ist. Jetzt teilen wir miteinander was unsere alten Tage ausmacht. Manchmal versuchen wir dem Wetter unsere Übel in die Schuhe zu schieben…
Unsere Nachbarin ist eine lebendige Chronik mit vielen Erinnerungen. Aber das ist nicht alles. Es heißt auch die Gegenwart leben. Die Nachrichten von nah und fern erreichen uns – sie sind der Teig in welchem wir „Hefe“ sein sollten, damit der „Teig aufgeht“.

Zu dem was mich herausfordert gehören die Nachrichten der Kleinen Schwestern anderer Länder. Es ist im Glauben gelebte Realität. In meinem fortgeschrittenen Alter fühle ich mich mittendrin – wie Moses der betete, während seine Brüder kämpften. (Exodus 17.8-13).

Nach dem Besuch bei Angela muss ich gut überlegen, ob der Weg zu den andern Nachbarn, einige Häuser weiter, trotz meinem Stock, nicht zu mühsam wird. Manchmal fährt mich Martina im Auto und es ist immer eine große Freude die einen oder andern zu besuchen. Gott sei Dank kann man auch telefonieren und viele einfache und wahre Begegnungen lassen sich damit realisieren.

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Die Kapelle der Fraternität

Priester der griechisch-katholischen Kirche mit Martina

Im stillen Gebet bei Jesus wird alles Eucharistie, Brot des Lebens für die Welt.“

Einige Worte von Martina über ihre Arbeit. „Das Altersheim von Kula und Ruski Krstur, in dem ich arbeite zählt ungefähr 120 Bewohner. Meine Arbeit: Gesichter, Hände und Füße waschen, putzen, Schmerzen lindern und „kosmetische Pflege“ wie Nägel schneiden, rasieren, Haare in den Ohren und in der Nase auszupfen – dem Menschen seine Würde zurückgeben, seine Schönheit aufwerten.

Durch ein einfaches Dasein, eine Handreichung, eine Zärtlichkeit, ein Blick, ein Lächeln: Gott, dem Menschen den ich besuche, näher bringen.

Dragan mit seinem zahnlosen Mund gehört zu denen die man nicht sieht, die nicht zählen, die man vergisst, die niemand um ihre Meinung fragt. Menschen, die ihren Reichtum nicht zeigen können und doch hineingenommen sind in das Licht und den Frieden Jesu. Ich hoffe, wenn er zu uns kommt, spürt er etwas davon“. 

Links :
- Ruski Krstur dans Wikipedia
- Ruski Krstur (in ruthenisch)

März 2009

März 2011 : Christina feiert ihren 90. Geburtstag, einige Photos: