Kleine Schwestern Jesu - portrait

 

 

Die Fraternitäten der Schweiz, mit Eliane

Du bist Verantwortliche der Kleinen Schwestern in der Schweiz. Worin besteht deine Arbeit?

Ich möchte mit den Worten von Kl. Sr. Magdeleine unserer Gründerin antworten. Sie schreibt in den Konstitutionen der Kleinen Schwestern: „Die Regionalin besucht die Gemeinschaften und pflegt den persönlichen Kontakt zu jeder Kleinen Schwester der Region. Damit trägt sie zum Wachstum der Einheit unter den Kleinen Schwestern bei. Diese Einheit setzt voraus, dass sich alle einander zugehörig fühlen und wirklich bereit sind, alles miteinander zu teilen.“

Kl. Sr. Magdeleine schließt mit den Worten: „Die Einheit einer Region wurzelt in Christus. Deshalb sucht die Regionalin geeignete Mittel, die den Kleinen Schwestern helfen können, ihr lebendiges Glaubensleben zu entfalten und in der Christusliebe zu wachsen.“ Und ich füge hinzu: Unsere Konstitutionen sind wie ein Kompass; sie zeigen uns die Richtung. In der Wirklichkeit tue ich mein Möglichstes, mit meinen Kapazitäten und Grenzen.

Konkret heißt das: Du verbringst viel Zeit in den einzelnen Fraternitäten?

Ja, es ist sehr wichtig für mich – „MIT-Leben“, mehrere Tage das Leben jeder Gemeinschaft  teilen. Dabei spüre ich die Realität, die Umgebung, die Art und Weise des Zusammenlebens. Ich lerne viel dabei von den Schwestern und jede Gemeinschaft hat ihr eigenes Gesicht. Es ist eine bereichernde Zeit, manchmal ermüdend: das Gemeinschaftsleben ist eine Herausforderung, ein Wunder auch… Ich glaube der Dialog und der „Wochen-Rückblick“ können eine Hilfe sein.

la fraternité d'Einsiedeln
Chapelle d'Aubonne
prière et danse
temps de partage
Fraternité de Genève

Eigentlich ist dies ein Nomadenleben. Hast Du Deine eigene Fraternität? 

Ich habe gar kein Nomadenblut! Aber ich fühle mich in jeder Fraternität zu Hause. Was mir hilft in dieser Aufgabe ist die Fraternität von Biel. Dort habe ich mehrere Jahre gelebt und Wurzeln gefasst. Ich behalte Verbindungen mit meinen ehemaligen Arbeitskollegen und selbstverständlich mit den Kleinen Schwestern, die mir Zeit und Raum lassen für meinen Dienst.


Aber es gibt auch andere Möglichkeiten um in Kontakt zu bleiben?

Heute haben wir viele Kommunikationsmittel. Zur Briefpost und Telefon kommt noch die elektronische Post. Zurzeit haben wir in der Fraternität von Biel keinen Internet-Anschluss. Ich gehe dafür in die Bibliothek der Stadt; eine Gelegenheit Leute zu treffen, die in der gleichen Situation sind.

          

Was bringt Dir diese Verantwortung für Dein persönliches Leben?

Sie ist mir eine Hilfe um mich zu situieren, die richtige innere Distanz zu halten, wahr zu sein, frei und auch zu akzeptieren nicht immer verstanden zu werden.

Durch diese Arbeit lerne ich mich selbst besser kennen. Die Beziehungen zu den Kleinen Schwestern sind ein großes Geschenk und sogleich eine Herausforderung. Das Engagement jeder Schwester im Dienst des Ganzen und in ihrer Fraternität bewegt mich sehr. Für meine Aufgabe in der Fraternität habe ich Ratschwestern, welche mir zur Seite stehen.

Es ist wahr, als ich diesen Dienst, unter Tränen, akzeptierte, verzichtete ich auf meine Anstellung an der Kasse eines Supermarktes. Ich tat diese Arbeit sehr gerne und ich war wie ein Fisch im Wasser. Kurz, meine Berufung ist etwas ganz Einfaches, Alltägliches…, wie für viele meiner Mitmenschen. Wenn Jesus 30 Jahre verborgen in Nazareth gelebt hat, will er uns vielleicht damit sagen, dass das Alltagsleben in den Augen Gottes äußerst wertvoll ist.


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Anlässlich des Todestages von Charles de Foucauld hat Eliane einen Brief an Bruder Karl geschrieben, in der Folge einige Auszüge. Weiter...

August 2008