eine Zeit der Stille in einer Ermitage

 


zurück

Jede Kleine Schwester verbringt jährlich 8 – 10 Tage eine Zeit der Stille, in einem dafür vorgesehenen Ort.

ermitage de la fraternité de Vence Françoise aus Genf hat diese Zeit in diesem Jahr in einer Ermitage im Süden von Frankreich verbracht und antwortet auf einige Fragen.

- Was bedeutet für dich diese Zeit der Stille und des Gebetes?

- Es ist eine „ wohltuende“ Zeit. Das gewohnte Alltagsleben unterbrechen, um in die Stille zu gehen, zuerst in der Natur, den Vögeln zuhören und die „Gedanken“ zum Schweigen bringen, um bei mir selbst zu sein, das Leben in mir zu erreichen. Dies ist der Ort des Gebetes: zur Lebensquelle finden, die in mir und in der Welt fließt. Das Gebet ist kein Kopfzerbrechen, um Gott zu finden, sondern vielmehr sich von Ihm finden zu lassen.

- In deinem Alltag findest du auch Zeiten des stillen Gebetes (Zeit der Anbetung, der Meditation). Ist es wichtig sich zu einer längeren Zeit der Stille im Laufe des Jahres zurückzuziehen und warum?

chapelle de l'ermitage - Verlassen die Familien und die Verliebten nicht auch zusammen das Alltagsleben, um ihre Beziehungen intensiver zu leben? Sich zurückziehen, um mit Gott und mit Jesus in eine engere Beziehung zu kommen, ist für mich dasselbe. Mir Zeit nehmen um ihn zu betrachten, ihn lieben und mit einer gestärkten Liebe zu Gott und zum Leben wieder zurückkommen.


- Ist dies eine Erfahrung, welche du verlängern möchtest oder ist sie zu schwierig?

- Ich nenne dies nicht „Erfahrung“. Aber man kann nicht unbegrenzt an der Quelle verbleiben. Die Quelle fließt und trägt mich mit einem neuen Blick in den Alltag zurück, und ich lebe neu erquickt mit den Mitmenschen.

In der Genfer Fraternität leben mit Françoise Christine und Maria-Carmen. Zu Hause sind Herz und Türe offen für die, welche mit ihren Sorgen und Freuden kommen und einen Kaffee oder eine Mahlzeit mit ihnen teilen möchten. Dies ist auch Gelegenheit für Gespräche über Alltägliches, aber auch Spirituelles. Zwei von unseren älteren Kleinen Schwestern leben in einem Betagtenheim in Genf.


November 2006