Kleine schwestern Jesu - Krippenatelier

 

 

Maria-Hedwig und Françoise : Zwei Handwerkerinnen


Sie stellen vor allem Krippenfiguren her. Der Grund ist nicht nur der Verdienst, sondern sie wollen damit etwas vom Weihnachtsgeheimnis ausdrücken: In Jesus wird Gott Mensch. Er wird einer von uns.

Um von ihrer Arbeit zu sprechen geben wir das Wort den Kindern, welche sehr gerne in die Werkstatt kommen, besonders in den Herbstferien mit der Organisation „Ferienpass“.

"Die Familie von Jesus? Sie ist arm, aber sie zeigt es nicht. Die Krippenfiguren sind immer lächelnd", stellen die Zwillingsschwestern Cecilia und Emily fest.

Während des Modellierens herrscht eine ausserordentlich stille Atmosphäre, voller Innerlichkeit. Aus der Tonerde formen mehrere Kinder den Ochsen, auch ohne Hörner, und rundliche Jesuskindchen.

Gabriel beschreibt in einem Schulaufsatz das Atelier: „In der Fraternität befindet sich eine kleine Werkstatt. Auf einem langen Tisch liegen die verschiedenen, oft sehr komisch aussehenden Werkzeuge, Gipsformen, Farbtöpfe, Pinsel, Spachteln, mit Erde gefüllte Gefässe. Diese Kleinen Schwestern haben eine Arbeit gewählt, welche eines der wichtigsten Geschehen unserer Religion illustriert: Die Geburt Jesu.“

Dann beschreibt er in allen Einzelheiten das Entstehen einer Krippenfigur und fährt weiter:

"Die Figuren sind immer dieselben, das Jesuskind, die Muttergottes, der Hlg. Josef, der Esel, der Ochse und die Hirten, und dennoch sind alle verschieden.

Sie sind im Schrank aufbewahrt. Wenn man sie zu einer Krippe zusammenstellt, werden sie wie lebendig. Auf diese Weise kann das Brauchtum des Weihnachtsgeschehens in der Kirche und in den Familien weiterleben. Der Zauber der Krippe macht die Geburt Jesu zu einem lebendigen Erlebnis.

Diese Kleinen Schwestern haben einen Beruf gewählt, der zugleich eine Mission ist. Sie legen ihre ganze Liebe hinein; abgesehen von diesen Gefühlen sind sie regelrechte Künstlerinnen und ihre Arbeit ist eine Form des Gebetes.“

Nicht nur Kinder schätzen die Werkstatt, sondern ebenfalls die Erwachsenen. Oft ist dies ein Ort, wo sie ihr Herz ausschütten, ein wenig Mut schöpfen, bevor sie im Gemeinschaftsraum mit noch anderen Kleinen Schwestern Tee oder Kaffee trinken.

Die Kleinen Schwestern freuen sich auch, wenn sie die Krippen anderswo ausstellen und anbieten können. So nehmen sie z.B. Ende November am Weihnachtsmarkt im Schloss von Aubonne teil, auch Gelegenheit für viele sympathische Begegnungen.

Sie sind überrascht über das Interesse an den Krippen in unserer heutigen Gesellschaft, und darüber wie sehr die Menschen empfänglich sind für diese Art das Geheimnis der Menschwerdung Jesu darzustellen.

Die Fraternität von Aubonne hat ein sehr vielfältiges Gesicht, bereichert durch den Beitrag den jede der sieben Kleinen Schwestern in ihrer Eigenart leistet. Sie bieten einen freundschaftlichen Empfang für jeden und einen Ort der Stille und des Gebetes. Die schöne ruhige Kapelle ist der Mittelpunkt ihres Hauses. Im Laufe der Jahre haben sich auch tiefe ökumenische Beziehungen gewoben, vor allem durch die Arbeit ausserhalb der Fraternität, aber auch im Atelier und in der Teilnahme am Leben des Städtchens.

Oktober 2004.