Kl. Schwestern Jesus - portrait

 

 

Kl. Sr. Jacqueline Suzanne ist jetzt in der Fraternität von Aubonne, nachdem sie viele Jahre in der Krippenwerkstatt von Tre Fontane, Rom, gearbeitet hat.

 

„Nun bin ich hier in Aubonne… ich fand hier erneut ein Tonatelier. Ich fühlte mich sofort daheim, denn ich arbeite gern mit Tonerde. Nach 50 Jahren in diesem „Beruf“ arbeiten meine Finger von alleine, besonders wenn das Herz mit dabei ist.


 

Was verbindet das Modellieren von Krippen und besonders des Jesuskindes mit deiner Wahl in der Fraternität der Kleinen Schwestern zu leben?

Tatsächlich bin ich nicht in die Fraternität eingetreten um Tonfiguren zu schaffen. Aber sehr bald war ich ergriffen von der Art und Weise, welche Gott wählte, um uns seine Liebe zu bezeugen. Er ist Einer von uns geworden, arm und abhängig, ein kleines Kind, ganz zugänglich!

Als ich diese Krippenfiguren der Kl. Schwestern sah, begriff ich, wie durch diese Arbeit die Liebe Gottes zum Ausdruck kommen kann – es ist unsere Art und Weise „das Evangelium durch unser Leben zu verkünden“ wie dies Charles de Foucauld ausdrückte!


Im Tonatelier von Aix en Provence lernte ich modellieren, ausstanzen, retuschieren, Tag für Tag… es war nicht immer leicht! Die Besuche unserer Gründerin, Kl. Sr. Magdeleine half mir die Wichtigkeit dieser Weihnachtsbotschaft besser zu verstehen.
Eine markante Erinnerung: Eine Kleine Schwester, welche in einem Armenviertel von Paris lebte, erzählte mir folgendes:

„Kürzlich kam eine Nachbarin, um wie gewohnt einen Moment in der Kapelle zu verweilen. Sie war danach tief ergriffen und sagte: „Man hat mir oft gesagt, dass Gott mich liebt, aber jetzt glaube ich!“ (Die Statue des Jesuskindes mit seinem Lächeln hatte sie zutiefst berührt!)
   
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Es war für mich die Bestätigung, wie durch unsere einfachen Krippendarstellungen, die Liebe Gottes  den Menschen zugänglich werden kann.

Oft habe ich mit Dankbarkeit an diese unbekannte Frau gedacht. Sie hat mich ermutigt,  weiterhin dieses „ganz kleine Kind, das uns mit unendlicher Liebe die Arme entgegenstreckt(Kl. Sr. Magdeleine) zu modellieren, damit es geliebt werde.

Die Kleinen Schwestern, welche die Krippen auf den Markt bringen, bestätigen uns, wie oft Menschen, die zuerst beschäftigt und traurig sind, anhalten, lange betrachten und mit einem frohen Gesicht weitergehen, manchmal etwas kaufen, manchmal ganz einfach „danke“ sagen.

 

Durch diese Arbeit fühle ich mich auch sehr verbunden mit all den Kunsthandwerkern, die in ihren Werkstätten mühsam ihr Brot verdienen.

Übrigens bin ich froh hier mit Kl. Sr. Maria Hedwig zusammen zu arbeiten, denn es ist   nicht gut allein zu sein. Verglichen mit Tre Fontane ist die Werkstatt hier sehr klein, ganz unserem Alter und unseren Behinderungen angepasst.

Es ist vor allem ein Ort der Begegnung, der Freundschaft: Die Kinder der Katechese modellieren hier ihr Jesuskind, um es dann weiter zu schenken; eine Bekannte kommt regelmässig um der Einsamkeit zu entgehen und erzählt uns Freud und Leid. Es ist ein Kommen und Gehen von bekannten Gesichtern und manchmal auch von Menschen aus anderen Horizonten.


„Seit ihrem Anfang ist die Fraternität geprägt von der Krippe in Bethlehem. Jesus, der Sohn Gottes, „geboren von einer Frau“, wollte sein Erlösungswerk im Zustand der Ohnmacht und völliger Abhängigkeit beginnen. Die Kleinen Schwestern betrachten Jesus, der als ganz kleines Kind so zugänglich geworden ist, und entdecken mit Staunen, welche Grösse sich unter der Schwäche verbirgt.“ (Kl. Sr. Magdeleine)


September 2015
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