Kleine Schwestern Jesu - Amsterdam

 

 

Ein Echo aus Amsterdam, von Mauricia

Mauricia, eine Kleine Schwester aus dem Wallis, die ihre Wurzeln in Amsterdam gegraben hat. Hier ist die Fraternität präsent, um den Menschen, die an den Rand der Gesellschaft geschoben werden, nahe zu sein.

Während vielen Jahren wohnten die Kleinen Schwestern in einer Peniche (Wohnboot), inmitten von vielen anderen. Jetzt leben sie in einer Sozialwohnung im Zentrum der Stadt. Mauricia erzählt uns von dem was sie in den letzten Monaten erlebt hat:

Claartje, Mauricia und Andrée-Julienne am Fenster ihrer Wohnung

„Das Jahr 2006 war für mich vor allem durch meinen sechs-monatigen Aufenthalt in den Fraternitäten von Südafrika gekennzeichnet. Ich bin sehr dankbar für diese Sabbatzeit, welche für mich ein ganz besonderes Geschenk bedeutete…

Nachher kam ich voll Freude wieder nach Amsterdam zurück. Ich schätze es sehr zu dieser kleinen Gemeinschaft zu gehören und an diesem liebgewonnen Ort zu leben. Gleichzeitig ist es für jede von uns (Andrée-Julienne, Claartje und mich selbst) eine Herausforderung. Im Dienste der Fraternitäten, welche sich den Menschen in der Prostitution und in den Gefängnissen widmen, werde ich oft unterwegs sein. Dies bedeutet für uns ein ständiges Kommen und Gehen und fordert eine immer wieder neue Anpassung und einen Verzicht auf Kontinuität. Aber all dies gehört zum Leben!

Unsere Realität stellt uns oft die Frage (die ihr alle auch kennt): worauf legen wir die Prioritäten? Viele Anforderungen stellen sich an uns und wir können nicht überall Folge leisten… Was und wie wählen wir?

Unentgeltliche Zeit An einem Wochenende in Brüssel mit den Kleinen Schwestern Belgien/Niederland vertieften wir den Sinn des Sabbats in der jüdischen Tradition. Ich stellte mir die Frage über mein Verhältnis zu der Zeit. Bin ich nicht manchmal Sklave all der vielen Dinge die zu tun sind?
Mit einem Freund am Weihnachtsabend
Nehme ich mir Zeit um mir Zeit zu nehmen? Unentgeltliche Zeit?
die Freude einer unerwarteten Begegnung Unsere Gesellschaft legt den Wert auf Produktion, Rendite, Effizienz … und ich lasse mich davon beeinflussen. Gibt es nicht einen Weg der mir hilft die wirklichen Werte des Lebens, z.B. die Freude einer unerwarteten Begegnung, zu genießen? Meine Wahl: Mich im Handeln einschränken und mehr DASEIN als etwas tun wollen…
Besuch bei Jan, er zeigt uns die Stadt in der er zurzeit wohnt

Bei jedem Besuch in den Gemeinschaften unserer Schwestern, die dem Milieu der Prostitution und der Gefangenen nahe sind, bin ich beeindruckt über die enge Verbindung, in welcher wir mit den verwundeten Menschen ein Stück Weg gehen können. Dieses Mit-Ihnen-Unterwegs-Sein prägt uns und stellt uns vor unsere eigenen Grenzen, aber ich glaube es bewirkt vor allem dass wir gemeinsam wachsen. Wir entdecken uns als Brüder und Schwestern der Menschheit.

In Utrecht wurde ein Abend zum 10. Todestag von Henri Nouwen (bekannt durch seine Bücher) durchgeführt. Ich war beeindruckt von Kevin Dowling (Bischof von Rustenburg, Südafrika), der den Menschen die an Aids sterben nahe ist:

Leid akzeptieren und auf sich nehmen, heißt mit ihnen leiden… Wenn ein Glied leidet, leidet der ganze Leib.
"Der Leib Christi ist krank. Der Leib Christi hat Aids.“
Mauricia und Joanna, eine drogenabhängige Freundin, welche jetzt gestorben ist

Kevin Dowling sprach „vom heilenden Wirken der Gegenwart Gottes, durch die Präsenz von mit Ihnen-leidenden-Menschen und durch ihr Handeln…“


Januar 2007