Kleine Schwestern Jesu - Miteinander

 

 

Miteinander
Reflexionen aus unserer Region während der Corona-Krise

Aus der Schweiz: Einsiedeln

In kürzester Zeit wurden unsere täglichen Gewohnheiten ins Wanken gebracht. In dieser ungewohnten Situation mussten wir uns organisieren, damit jede so weit wie möglich den Alltag friedlich meistern kann.
Dies ist schneller gesagt als getan. Wir fühlen uns stark betroffen von all dem Leid in der ganzen Welt und manchmal bekommen wir Angst.
In unserem letzten Bibelaustausch mussten wir gestehen, dass unser Glaube einer Prüfung unterworfen wird.


Unsere erste konkrete Sorge war die Nahrungsmittelbeschaffung… Mehrere Personen, mehr oder weniger bekannt, boten uns ihre Hilfe zum Einkaufen an… dies hat uns zutiefst berührt… Eine unbekannte Solidarität bahnte sich den Weg.

Aubonne :

Wir fühlen uns verunsichert, aber gleichzeitig sind wir privilegiert und unterstützt. Nachbarn und Freunde rufen uns oft an: „Braucht ihr etwas? Kann man für euch etwas einkaufen?“ Einige klopfen an, um uns mit Kuchen oder Gemüse zu verwöhnen… dann bleiben sie in einigen Metern Abstand zu einem kleinen Schwatz stehen; dies endet oft in einem herzlichen Lachen, alle haben dies sehr nötig!

Aus Belgien, Brüssel, Cureghem:

Unsere Nachbarn sind sehr aufmerksam. Mehrere kamen uns beim Einkaufen zu Hilfe… Eine Nachbarin aus Pakistan brachte uns schon zweimal die Mahlzeit, sehr scharf, aber fein! Wir sind sehr gerührt über all diese Gesten!

Da es an chirurgischen Masken fehlte, begann ich Masken mit einem Filter zu schneidern.
Im Medical-Center unseres Quartiers wurden Schneiderinnen zum Herstellen der Masken gesucht. Im Weiteren fragten uns Bekannte, sowie Sozialarbeiter, auch der Ort der Kleinkinder Konsultationen, sowie Nachbarn, um Masken…. Und siehe da wir sind vollauf von dieser Arbeit eingenommen. Es tut gut, unsere Möglichkeiten einzusetzen.

Brüssel, Evere:

Ein muslemischer Freund aus Pakistan offeriert uns Handschuhe, Masken und Gel mit den Worten: „Betet für mich“. Wir fühlen uns trotz Corona-Krise nicht isoliert.
In dieser Situation erfahren wir die tiefsten Gefühle der Liebe und wir danken Gott dafür. Wenn dies nach der Pandemie so bleiben könnte.
Mehr denn je spüren wir, wie sehr das Fest der Auferstehung uns in der Hoffnung für alle Menschen stärkt.

Aywaille :

In unserem Wohnblock spüren wir die Einsamkeit von einigen Nachbarn. Kleine gegenseitige Handreichungen verbinden uns, auch zirkulieren Puzzles und Leckereien.
Die Gespräche in den Gängen und auf dem Balkon, sowie auch die Konfektion der Masken sind sehr sympathisch.

Und dann sind auch die Spaziergänge in einer verlockenden Natur mit knospenden Bäumen und schüchternen Blümchen.

Brüssel, Molenbeek:

Es ist sehr eindrücklich: Unser Quartier scheint zu „schlafen“, eine Wüste. Der Marktplatz ist leer, die rue de Gand mit ihren vielen Geschäften, (sieben Tage in der Woche geöffnet), alles geschlossen… Die wenigen Personen auf der Strasse sind meistens mit einem Halstuch, oder einer Maske und Handschuhe unterwegs.

Im Heim, in welchem ich wohne, reagierte die Direktion sehr rasch. Alle Vorsichtsmassnahmen für die Bewohner und auch für das Personal werden angewandt, (Schutzmasken und Handschuhe, sowie Temperaturkontrolle bei der Ankunft und beim Verlassen)… Unter all den verschiedenen Angestellten herrscht eine gute Solidarität. Sie ermutigen sich gegenseitig, nehmen Zeit um die Schwierigkeiten zu teilen, tragen gegenseitig Sorge zueinander und unterstützen einander moralisch um durchhalten zu können… Ja, wir fühlen uns alle im selben Boot, mehr denn je abhängig voneinander. In der Gemeinschaft nahmen wir uns Zeit um einander zuzuhören: Wie können wir diese Zeit organisieren… und welche bestmöglichen Mittel und Wege geben wir uns persönlich und auch der Gemeinschaft.

Aus Dänemark, Kopenhagen :

Der erste Eindruck bei uns: Friedlich, Stille in der Stadt, im Quartier, es ist sehr eindrücklich, aber auch hilfreich um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Leben gehört uns nicht…

Øm :

Hier mitten auf dem Land mit viel Weite fühlen wir uns geschützt. Natürlich auch ein wenig isoliert.

Wir fühlen uns auch verwöhnt mit einer Kapelle, in der wir zusammen beten können. Was uns selbstverständlich schien ist ein Privileg geworden…

Mai 2020

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