Fastenzeit mit Bruder Karl: Wüste im Alltag leben

 

 

Fastenzeit mit Bruder Karl: Wüste im Alltag leben

"Um die Gnade Gottes zu empfangen, muss man in der Wüste verweilen. Eine Zeit durch die jeder Mensch innerlich durchgehen muss, um Frucht zu bringen. Er braucht diese Stille, diese Sammlung… das tiefgreifende Leben mit Gott. Dort entleert und befreit er sich von allem was nicht Gott ist. Er wirft alles Überflüssige aus seiner Seele, um Gott allein den ganzen Platz zu lassen“. (Brief an Père Jérôme)

Charles de Foucauld fühlt sich zu einem verborgenen Leben berufen… Dies heisst für ihn nicht, sich aus der Welt zurückzuziehen, sondern dies im Alltag unter den Bedingungen, der Menschen, welche von ihrer Hände Arbeit leben, zu verwirklichen. Dies ist seine Entscheidung und prägt irgendwie seine Art und Weise in der Wüste zu leben…

Das verborgene Leben trägt bei am Erlösungswerk Christi bis zum äussersten Opfer. Der Ausdruck „abjection“, Loslösung von allem, erklärt seine Haltung gegenüber der Realität der Wüste, die er wahrgenommen hat. Im Text Jesaja (53.2-3) vom „leidenden Gottesknecht* spricht man schon im ersten Vers von der „ausgetrockneten Erde“.

Das Verlangen Jesus nachzuahmen bewegt Bruder Karl einen Ort zu finden, in welchem die allgemeinen und nicht gewählten Lebensbedingungen das tägliche Los sind.  Er will buchstäblich in der Schule der Wüste das Vertrauen auf Gottes Fürsorge leben. Dort nährt Gott seine Kinder (die Hebräer in der Wüste). Der Nomade lehrt, sich mit dem was ihm gegeben ist zu begnügen. Er lernt auch geduldig zu sein, wenn die Antwort auf sich warten lässt. Aktive Hingabe, Beherrschung seiner Bedürfnisse und Geduld sind die Haupttugenden des Nomadendaseins…. (Auszug: Vortrag von Michel Dousse)

 

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