Echo aus Biel - suchen-lieben-beten

 

 

suchen-lieben-beten - Echo aus Biel

Ich glaube an das Gute im Menschen, schrieb Anne Frank, ein jüdisches Mädchen in ihr Tagebuch. Dies war kurze Zeit bevor sie im Konzentrationslager in Auschwitz 1946 umkam.

Diese Worte bewegten mich sehr. Ich las sie, als ich ungefähr so alt war wie Anne damals. Diese Aussage über das Gute im Menschen begleitete mich auf meinem Weg. So wie das Bild von Charles de Foucauld. Er steht am Anfang unserer Ordensgeschichte. Ich sah in seinen Augen die Güte, die mich nicht mehr losliess. So wie das Evangelium, die frohe Botschaft, die mich durch mein Leben und Tun begleitet und die mich in die Gemeinschaft der Kleinen Schwestern von Jesu geführt hat.  

Es ist diese Menschenfreundlichkeit Gottes, die ich immer wieder und immer neu im Mitmenschen aufleuchten sehe.

Kleine Schwester Magdeleine, die Gründerin unserer Gemeinschaft, schrieb als Zusammenfassung in ihren Schriften: Die Einheit in der Liebe ist der letzte und tiefste Wunsch des Herzens Christi, sie lässt die kleinen Schwestern in jedem Menschen die Schwester oder den Bruder erkennen. Sie bewirkt, dass sie jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung zurückweisen.
 
© ELPADIRO

Hier in Biel habe ich öfters Kontakte mit Freiwilligen, Pastoren*Innen verschiedener christlicher Gemeinschaften. Es ist eine geschwisterliche Zusammenarbeit im Dienst für und mit Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens sind: sans Papiers, Flüchtlinge, im Zvieri Treff oder im Garten der Paulusgemeinde, oder im stillen Kreis auf dem Bahnhofplatz.

Ökumenische und interreligiöse Begegnungen sind Teil unseres Alltagslebens nicht nur in Kirchen, sondern allüberall. Im Hochhaus, in dem wir wohnen, leben Familien verschiedenster Herkunft. 

Und durch meine lange Präsenz in einem arabischen Land sind die Kontakte und Freundschaften mit muslimischen Familien und Frauen für mich selbstverständlich.

Photo: Unsplash

Wie köstlich war das noch warme Brot, das uns ein tunesisches Nachbarskind von seiner Mama brachte, während wir mitten in einem Gottesdienst drin waren. Ökumene wird da zum interreligiösen Alltag mit vielerlei Perlen verschiedenster Art.

Das persönliche und gemeinschaftliche Gebet ist ein wichtiger Teil unseres Lebens und weitet mein Herz für das, was hier und jetzt gelebt, geliebt und gelitten wird. Jetzt, wo die physischen Kräfte schwinden ist es der Ort, wo wir unseren Auftrag des Gebetes und der Fürbitte weiterhin voll leben.

Ja, das Gebet ist der Ort, wo mein Herz zur Ruhe kommt und zugleich offen ist um all das Gute jedes Menschen dem Schöpfer aller Dinge zurück zu geben, ja IHN SELBER DARIN ZU ENTDECKEN.

Ich bin dankbar hier mit vielen andern Menschen in einer religiös und kulturell bunten Gesellschaft das Gute im Menschen zu suchen und zu lieben.

Kleine Schwester Maria Ursula

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