Nachrichten aus Belgien und aus Jerusalem

 

 

Aus Belgien, Brüssel-Molenbeek:                       

 Nur 20 Minuten von unserem Haus entfernt, gibt es einen großen bewaldeten Park, wo ich gerne hingehe. Jedes Mal, in der Nähe des Eingangs, kann ich nicht anders, als stehen zu bleiben.

Da gibt es eine Stelle mit dem schönen Foto von Loubna, einer jungen, lächelnden Mutter, die bei den Anschlägen im März 2016 getötet wurde.  Ihr Ehemann Mohamed El Bachiri (er ist der Autor des Buches "Der Dschihad der Liebe") liess eine sehr starke Botschaft eingravieren. Er wollte den Akteuren dieser Tragödie, nicht mit Hass antworten. So zeugt er, mit seinen beiden kleinen Jungen, von einer Liebe, die stärker ist als der Tod

Hier eine Passage daraus:
"Gelobt sei der Herr.... für alles Schöne, für den Ausdruck der Kunst...., für alle Unterschiedlichkeiten, die verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen, für die Menschen, mit denen wir diskutieren und uns austauschen und
gelobt sei der Herr für alle, die akzeptieren, dass letztlich jeder seine Wahrheit im Geiste der Brüderlichkeit vertritt... und gelobt sei der Herr, wenn wir Gewalt verurteilen und uns für Frieden und Freundschaft zwischen den Völkern einsetzen...

 Und gelobt sei der Herr, wenn ich lächle und dir, dem Juden, dem Atheisten oder dem Christen, die Hand reiche... Und gelobt sei er für diejenigen, die verstanden haben, dass Gott Liebe ist und dass das Heil des Menschen nur durch diese universelle Kraft der Liebe kommen wird, die wir Mitmenschen einander geben."

Ein leuchtendes Zeugnis von einem unserer Nachbarn aus Molenbeck
 (Kl. Schwester Chantal-Pascale)

 

Nachrichten aus Jerusalem

Die erste Reaktion auf COVID  die wir hier hörten war: dieser Virus existiert nicht und ist eher ein Komplott von dunklen Mächten um uns alle zu Sklaven zu machen.

Nach und nach hatte es Kranke und Todesfälle im Quartier. Masken wurden sichtbar und dies in einer Gesellschaft, in der die Begegnung und die Beziehungen so zentral sind und prioritär. Das soziale Leben und deren Verpflichtungen nehmen einen grossen Platz ein, wie auch Hochzeiten, Beerdigungen, Diplom-Feiern: die Menschen können nicht anders als zusammen zu sein! Traditionelle Werte wurden zur Falle.

Wir waren sehr berührt von so vielen kleinen Zuwendungen unserer Nachbarinnen: das geteilte Brot, Oliven und Vieles mehr während dem Lock-down.

Eines der traurigsten Bilder, das bis heute Realität ist: unsere leere Via Dolorosa-Gasse, die stets prall gefüllt war von Pilgern und durch die wir uns jeweils mit Schwierigkeiten durchschlängeln mussten.

(Photo:IsraelTourism/Flickr/CC BY-SA 2.0)  
Unsere Arbeit mit Ikonen hatte einen plötzlichen Stillstand. All unsere Nachbarn, wie wir, haben seither die Boutique geschlossen. Wie und von was leben?
(Kl. Schwester Maria-Chiara)

 

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